Krampus und Nikolaus: die Nacht der Teufel in Tirol
Das Alpen-Journal Tiroler Traditionen

Krampus und Nikolaus
Die Nacht der Teufel in Tirol

Hörner, Felle und Glocken: Jedes Jahr Anfang Dezember begleitet der Krampus den Nikolaus durch die Tiroler Dörfer. Geschichte, Namen, Masken und Tipps für den Besuch eines Laufs.

H Herbert – MyAlpine.Shop20.11.2026

Anfang Dezember, wenn es in den Tiroler Tälern früh dunkel wird, ziehen gehörnte Gestalten durch die Strassen. Dröhnende Glocken, zottelige Felle, grimmige Masken: Der Krampus ist unterwegs. Hinter dem eindrucksvollen Schauspiel steckt ein sehr alter Brauch – und eine gütige Figur, der heilige Nikolaus.

Der dunkle Begleiter des Nikolaus

Der Krampus begleitet den heiligen Nikolaus, der am Abend des 5. Dezember, am Vorabend seines Festtags am 6. Dezember, die Kinder besucht. Der Heilige belohnt die braven Kinder; der Krampus erinnert jene, die weniger brav waren.

Laut Tirol Werbung taucht der Krampus in den Nikolausspielen der Gegenreformation auf, wo er eine erzieherische Funktion hatte. Die Krampusse, auch Kleibeife genannt, sind in diesen Spielen ab dem 18. Jahrhundert belegt.

Krampus, Perchten, Tuifl: wer ist wer?

In Tirol hat jedes Tal seine eigenen Namen und Kostüme. Die Perchten sind älter: Sie gehen auf die Figur der Perchta zurück, die im Spätmittelalter rund um das Dreikönigsfest entstand, und sind in Tirol ab dem 17. Jahrhundert belegt. Mit der Zeit haben sich Krampus und Perchten teilweise vermischt.

Die Vorstellung, dass diese Gestalten die Geister des Winters vertreiben, ist übrigens jünger als gedacht: Sie stammt aus der Zeit der Romantik im 19. Jahrhundert.

Handgeschnitzte Masken

Das Herz des Brauchs sind die Masken. Sie werden von Hand aus Holz geschnitzt und manchmal über Generationen weitergegeben: In Tarrenz sind manche Masken über hundert Jahre alt. Dazu kommen Lamm- oder Ziegenfelle, Hörner und schwere Glocken am Gürtel – eindrucksvolle Kostüme, die man schon von Weitem sieht.

Krampuslauf bei Nacht
Ein Krampuslauf bei Einbruch der Dunkelheit (Symbolbild).

Wo man in Tirol einen Lauf sieht

Die Läufe beginnen schon Ende November und erreichen um den 5. und 6. Dezember ihren Höhepunkt. Man findet sie unter anderem in Innsbruck und Igls, in Seefeld, Lienz, Kundl, Sellrain, Haiming oder in Rattenberg, wo am 6. Dezember 2026 ein Perchtenlauf mit Hexentanz angekündigt ist. Die Termine ändern sich jedes Jahr: Erkundigen Sie sich vor der Reise beim Tourismusverband des Tals.

Unsere Tipps

  • Bleiben Sie hinter den Absperrungen: Die Läufe sind heute organisiert, die Teilnehmenden tragen Nummern und das Publikum ist von der Strecke getrennt.
  • Ziehen Sie alte Kleider an: In manchen Dörfern werden die Zuschauer mit Russ beschmiert – das gehört dazu.
  • Bereiten Sie die Kleinen vor: Erklären Sie ihnen, dass hinter jeder Maske jemand aus dem Dorf steckt. Für die Kleinsten ist Zuschauen aus der Ferne besser.
  • Respektieren Sie die örtlichen Bräuche: In Matrei zum Beispiel ist Feuerwerk gar nicht gern gesehen.

Nikolaus zu Hause

Man muss nicht nach Tirol reisen, um den Nikolaus zu feiern. Ein paar Dinge aus Zirbenholz genügen für die richtige Stimmung – und für das gemeinsame Warten auf den 6. Dezember.

Holzstern für Weihnachten

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Ein Stern aus Zirbe fürs Fenster, um den Nikolaus zu empfangen.

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Stern-Teelichthalter aus Zirbe

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Ein warmes Licht für die Adventsabende, wenn es früh dunkel wird.

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Zirben-Kerzenhalter mit 4 Sternen

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Vier Sterne, vier Kerzen: der Adventskranz auf alpine Art.

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Quellen: Tirol Werbung (tirol.at), Innsbruck Tourismus. Fotos: Pexels (Symbolbilder).